COOL IN LUZON

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Honda CRF250. Mit Vollgas dem Gewitter entkommen

Ich bin cool. Das ist mein Neujahrsvorsatz fuer dieses jahr, und soweit laeuft es ganz gut. Einen elemantaren Test habe ich bestanden: die Benutzung von Flughafen Toiletten. Das richitge Business, nicht nur die Urinale. Als ich dann da so sass hoerte ich von den Nebenkabine untypische Geraeusche, und sah dann einen Techniker auf einer Leiter Leuchtstoffroehren in der Decke austauschen. Bewusst angestrengt vermied er es auf mich in meiner Kabine hinuterzuschauen und bewusst bemuehte ich mich meiner Coolheit zu erinnern.

All das sind natuerlich infantile analphasen Spiele im Vergleich zum wirklichen Test des cool seins: die Philippinen. Der Plan ist folgender: von Angeles mit dem Mofa nach Banaue und Sagada und dann den Halsema Highway nach Baguio. Niemals, sagt das Philippinische Maedchen, das sei viel zu gefaehrlich. Gefaehrlich ist das Versauern in irgendwelchen Bueros ist meine Antwort, aber diese Spitzen als Ausdruck einer mid-life crisis reflektieren nicht an ihr. Desweiteren bin ich zu cool um mein Vorhaben zu diskutieren. Als Kompromiss einigen wir uns auf ein Treffen in Baguio. Das Maedchen ist ohnehin diese Tage auf den Philippinen und Baguio liegt auf meiner Mofa Strecke am Ende des Halsema Highways.

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Telefonsklaven in Manila Terminal 3

Tag 1: Abflug von Hong Kong. Wie immer bin ich zu frueh am Flughafen. Meine Coolheit wird erst dann vollkommen sein, wenn ich die Nerven habe zeitlich ehreizig aufzubrechen. Da ist noch Luft nach oben… Ich bin da, das Flugzeug nicht, aber es ist ja noch frueh. Waere ich zeitlich cooler aufgebrochen wartete ich immer noch zwei Stunden, lange nach der auch geaenderten Abflugzeit. Nach drei Stunden rollt betont langsam ein Flugzeug ans Gate. Alles im Zusammenhang mit den Philippinen geht langsamer, auch Flugzeuge auf dem Taxiway.

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Malate bei Nacht

Manila ist keine schoene Stadt. Auch das Argument, man muesse die Stadt eben kennen und ihren Charme entdecken, hilft hier nicht. Manila ist keine schoene Stadt und Charme hat sie schon gar nicht. Manila ist die einzige Stadt die in Airlines Magazinen nicht angepriesen wird mit Artikeln wie: ‘discover the secret Manila’. Cebu City ist auch nicht schoen. Sogar das kleine Puerto Princessa auf der Insel Palawan ist schrecklich. Staedte bestehen aus Armut, Jollybee fast food, Verkehr und Smog. Die Provinzen hingegen sind wunderbar…

Tag 2: Armut, Jollybee fast food, Verkehr und Smog: Manila. Das Zimmer ist nicht teuer, und der Grund schnell ersichtlich: hinter dem Haus ist ein Friedhof. Toll denke ich, auf Friedhoefen auf den Philippinen ist das Leben. Nein, sagt das Maedchen, auf den Friedhof zu gehen sei viel zu gefaehrlich. Ein Verweiss auf meine Coolheit beendet eine Diskussion, die nicht mal begonnen hat. Die friedlichen Seiten des Coolsein…

Der Friedhof ist schwer belebt. Da wird gewohnt (in schoenen grossen Graebern), Gebrutzelt (Fisch), es gibt kleine Laeden, viele Kinder und ein paar Maenner die um Geld Karten spielen. Die Maenner sind wenig erfreut, mich zu sehen. Auch wer cool ist weiss um die Vorteile des sich manchmal vorteilbietenden raschen Entfernens. So richtig weit werfen die ihre Steine auch nicht, wahrscheinlich zu betrunken.

Schrecklich heiss. Wenn meine Coolheit Daempfer erleidet dann sind es Steine und die Hitze. Sieht auch nicht cool aus im voellig verschwitzten Hemd.

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Der Friedhof hinter dem Haus und das endlose Manila
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Leben auf dem Friedhof
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Friedhof Models
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Haengematte aufgespannt zwischen Graebern
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Waeschewaschen zwischen Graebern
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Mittagsschlaf auf kuehlem Grabstein
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Sitzen auf einem Grab
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Maedchen auf dem Friedhof
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Fische brutzeln in einem Grab
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Mann mit Messer
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Nachwuchs bei den Toten
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Kinder auf dem Friedhof
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Glueckspieler

Am Nachmittag die Weiterreise. Das Philippinische Maedchen reisst im Bus ganz nach Norden, ich zum Mofa Verleih nach Angeles. Natuerlich reisst kein Pinoy alleine, so wird das Maedchen begleitet von der Tochter, der Tochter der Schwester des Maedchens und einem weiteren Begleiter. Es ist Ostern, die Hauptreisezeit auf den Philippinen, vergleichbar mit der Reisezeit um Chinese New year in China und Tet in Vietnam. Oder puenktlich 17 Uhr Feierabendverkehr in Wuppertal. Der weitere Begleiter kennt einen Bus Conductor bei Victory Liner Bus, der Plaetze auf dem Bus besorgen kann. Es herrscht typisches Chaos. Der Busbahnhof ertrinkt in Mensch und Koffer. Waere ich auf einer Quizz Show und muesste eine typische philippinische Eigenschaft erklaeren, es ware das Phaenomen des Reisens mit unmengen an Gepackt. Eine Filipina zieht immer einen Koffer mit sich der

-Ihrem Koerpergewicht entspricht

-2/3 ihrer Koerpergroesse enspricht.

Auf Flughaefen ist das einchecken auf Philippinische Airlines deshalb immer besonders Zeitnehmend. Mit erschrecken wird festgestellt, dass der vermeintlich 20kg wiegende Koffer 53kg wiegt. Dann beginnt am Check In Counter die Umpackerei, da ja immer in Gruppen gereist wird, wird das Gepaeckt reium gepackt um dann wieder im ersten Koffer zu landen. Dann wird die Extragebuehr bezahlt. Fliegen mit Airlines wie Cebu Pacific ist nicht uebermaessig teuer, aber die Gepaeckbestimmungen bei Cebu Pacific sind streng: die Airline verdient gut mit ihrem 20kg Limit.

Des weiteren Begleiters Bus Conductor Freund ist nirgens zu finden. Das Problem ist gross, das Geschnatter noch groesser. Wuerde ich in gleicher Quizz Show gefragt werden, welche von allen Sprachen die ich kenne (vom Hoeren) die schrecklichste sei, fiele auch diese Antwort einfach aus: Tagalog. Die Saetze sind lang, die Woerter sind lang und bestehen nur aus Vokalen. Gesprochen wird in zwei Betonungsarten: high pitch mit Drama und salven von Vokale.

Das Problem der Sitze fuer den Bus ist geloest auf eine weitere charakteristische Eigenheit der Philippinen: 400 Pesos, und die Gruppe hat die besten Sitze. Vor ein paar Jahren fuhr ich mit dem Mofa in Angeles unter der Friendship Bruecke hindurch. Da ist es schattig, also ein gutes Plaetzchen fuer die oertliche Polizei. Die mich auch anhielt (und, damals noch un-cool, ich auch anhielt). Das Fahren mit Licht am Tag sei nicht erlaubt, das gaebe Aerger, der liesse sich vermeiden, 500 Pesos. Bei der Ruckfahrt unter gleicher Bruecke, gleiche Ploizei, immer noch un-cool, Fahren ohne Licht am Tag sei nicht erlaubt, 500 Pesos. Heute fahre ich unter der Bruecke hindurch und winke dem mich anhalten wollenden Polizisten freundlich zu. Erstens bin ich zu cool, zweitens hat mein Mofa 250cc und drittens das Polizeimofa nur 125.

Tag 3: Kar Freitag. Inzwischen in Angeles angekommen. Alle Geschaefte sind geschlossen. Sogar SM Shopping Mall ist geschlossen. Aber ich weiss, dass der Mofaverleih geoeffnet ist. Ich weiss nun auch, dass der Mofaverleih umgezogen ist. Wohin weiss ich nicht und niemand den ich frage. 100 Pesos aber wissen wo der shop ist, und fuer nochmal 100 Pesos gibt’s es die Fahrt im Tricycle dorthin dazu. Ich falte mich in das Gefaehrt. Wir fahren um eine Ecke. Ich schaele mich aus dem Gefaehrt. Ich bin cool. Tricycles scheinen Regional Identitaet zu besitzen. In Clark, wo relativ viele Auslaender den Service von Tricycles in Anspruch nehmen wollten, sind die Beifahrerdaecher tief und nach vorne abfalend gestaltet. Das sieht cool aus, aber niemand passt hinein. Hier greift das Jeepny Prinzip: Totaler Schrott, aber sieht cool aus. In Tarlac sind alle Tricycles blau und sehr verhalten dekoriert mit hohem Dach. In Manaoag sind alle Tricycles gelb.In Bontoc sind alle Tricycles individuell, und am individuellsten ist das leoparden Tricycle.

Meine Honda CRF250 laechelt mich an, und ein wenig Papierkram spaeter sind wir unterwegs. Den Shop noch in Sichtweite laesst dich die CRF nicht mehr schalten. Bis in den zweiten Gang bin ich gekommen und schiebe die Maschine nun zurueck in den Shop. Das Kupplungskabel ist gerissen. Die Ersatz Honda kommt zu spaet um wie geplant noch nach San Fernando zur Jesu Kreuzigung zu fahren, aber Jesus wird auch in Angeles gekreuzigt.

Angeles ist bekannt wegen seiner eindeutig zwielichtigen Bars. Die US Amerikaner betrieben bis zum Ausbruch des Mount Pinatubo in Clark ihre Airforce Base. 1991 begrub Pinatubo alle Flugzeuge unter Asche, im gleichen Jahr begrub die Philippinische Regierung die Verlaengerung der Base. Die Amerikaner zogen ab und liessen 30.000 Prostituierte zurueck. Um die kuemmern sich heute vorzugsweise die Koreaner. Wer aber gerne ABBA und Boney M hoert, der ist in den Bars gut aufgehoben. Tetsi Agbayani findet sich dort allerdings nicht.

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Reis Terrassen bei Batad

 

Tag 4: Aufstehen um 5:30. Zu viel San Miguel Bier und zu viel Boney M letzte Nacht. Vor mir liegen 350km Fahrt nach Banaue. Impossible, wie mir Paul aus Mindanau spaeter zusichern wird. In der Tat. Ewige Fahrerei, platter Hintern, Trombose in den Beinen. Und nirgendwo stehen Schilder, die einem die Richtung weisen wollten. Die einzigen Wegweiser sind Jollybee Reklameschilder, die die Kilometer bis zum naechsten Champs Burger anzeigen. Nach zehn Stunden fahren bin ich in Banaue. Ich steige in der Las Vegas Lodge ab.

Tag 5: Schreckliche Nacht in Las Vegas. Kalt, dunkel, Bett hart, extra bettdecke 50 Pesos, Heisse Dusche 25 Pesos, Telefonbatterieaufladen 25 Pesos. Natuerlich zahle ich da nichts! Der beginn meines Schnupfens. Mit dem ersehnten ersten Licht das Mofa bepackt und los, viva Las Vegas, fuck it, cool bleiben…

In Banaue hat nur eine kleine Baeckerei offen und die Auswahl ist bescheiden: etwas Suesses mit Zucker, in Rund, in rund mit Zucker und Instant Kaffee. Niemand ist im Ort. Es war ja auch niemand ausser mir in Las Vegas. Weiterfahrt zu den Reisterrassen von Batad. Das Dorf ist UNESCO Weltkulturerbe und hat die vollen fuenf Sterne auf Tripadvisor. Ich bin da natuerlich skeptisch. Spaeter in Baguio werde ich die groessten zehn Gebote der Welt besuchen und werde festellen, diese muessen nicht besucht werden. In Lao besuchte ich die Plain of Jars, musste auch nicht sein. Batad aber ist grossartig. Reisterrassen bis in den Himmel, unendliche Wander und Entdeckungsmoeglichkeiten. Ich plumpse in Simon’s Guesthouse auf einen Plastikstuhl und stehe erst nach einer Stunde / Cola / Chips wieder auf. Schliesslich muss ich heute noch nach Sagada fahren.

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Reis in Banaue
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Mann auf Bank
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Indigenous Mann mit Ausruestung, Affenschaedel und Federschmuck. 10 Pesos…

Die Fahrt geht durch die Cordillera genannten Berge, Ein grosser Teil der Schoenheit der Region ist die Abwesenheit allen Amerikanischen: kein McDonald, kein Starbuck, kein 7-11 und keine Shell. Keine Shell ist allerdings ein Problem, ich muss Tanken. Mofa Fusel wird aber gluecklicherweise in Cola Flaschen aus kleinen Sari Sari Laeden verkauft. Der CRF schmeckts. Die Strasse ist gut. Ankunft in Bontoc, paradoxerweise eine schoene Stadt mit Holzhaeusern und den coolsten Tricycles. Keine Touristen halten in dieser Stadt, also gibt es keine Bettler, nur freundliche Gesichter. Bontoc gefaellt mir, da kann Sagada keine Enttaeuschung sein.

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Mann in Bontoc 1
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Mann in Bontoc 2
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Haengende Saerge in Sagada
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Haengende Saerge
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Bei genauem Hingucken sind haengende Saerge ueberall zu sehen, auch ohne Tourguide

Tag 6: Sagada ist eine Enttaeuschung. Der kleine Ort ist langweilig (aka tot). Mein Guesthoues Zimmer hat eine heisse Dusche, aber der Tuer fehlt ein Stueck. ‘I fix it later’ meint der Guesthouse Mann, aber auf den Philippinen wird nie etwas repariert. Dinge werden dem Verfall ueberlassen, ob nun Tueren, Tricycles oder ganze Stadte. Vor Jahren auf einem Flug von Beijing nach Hong Kong traf ich die Asien Representantin der WHO (eine Deutsche. Asien representiert sich am besten nicht von Asiaten. Stimmt natuerlich nicht, Margaret Chan aus Hong Kong ist Vorsitzenden der WHO, zumindest eine win-win Situation aus der Sicht Hong Kong’s). Von der Deutschen lernte ich, dass der Sitz der WHO in Asien in Manila sei, und dass sie dieses beklagte. Aber in 1960ern, als die Asien Dependence eroeffnet wurde waren die Philippinen das sicherste und am weitesten fortgeschrittene Land in Asien. Auf dem zeitlichen Stand von ABBA und Boney M ist das Land dann auch geblieben.

In Sagada gibt es die ‘hanging Coffins’ zu besichtigen. Um dorthin zu gelangen braucht es einen Guide. Braucht es nicht, aber in der Buerokratie dann doch. Und eine enviromental Fee. Zu entrichten im Tourist Registration Buero. Ich finde das Buero nicht. Mit dem Mofa fahre ich die 500 meter Hauptstrasse bergab, dann wieder 500 meter bergauf. Schliesslich zeigt mir der Guesthouse Mann genervt (untypisch fuer Sagada, wo alle doch ‘chillen’) das Buero. Es ist um die Ecke. Diese Information haette mich in Angeles 200 Pesos gekostet. Die Gebuehr betraegt 35 Pesos, und dafuer bekomme ich eine Menge Papier. Und meinen Guide. Der Mann heisst Francis, Sis genannt und leidet noch an den Folgen der Geburtstagsparty seiner Tocher letzte Nacht. Die Tochter wurde sechs Monate alt. Mein Guide ist mir Symphatisch. Wir laufen vorbei and der Anglikanischen (von den Amerikanern gebauten) Kirche, ueber den Friedhof (alles Tote hier), zehn Minuten ins Echo Valley ind stehen vor 16 an den Berg gehaengten Saergen. Der Guide braucht eine Zigarette und ich stelle eine gewisse Morbiditaet meiner Reise fest.

Tag 6: Die kaputte Tuer wird zum Problem: eine Familie wohnt im Family Room neben mir, und die aufgeregte Tochter rennt den den Gang hinauf und hinunter wie ich den Ort hinauf und hinuter fuhr auf der Suche nach dem Registration Buero und bruellt ‘we go now, we go now’. Yeah, the fuck you go now… cool cool…

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Halsema Highway durch die Cordillera
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Dorf mit Reisterrassen irgendwo unterwegs

Fahrt auf dem Halsema Highway nach Baguio. Der Highway ist vergleichbar beruechtigt wie die Bars in Angeles. Faengt gut an, wenig Verkehr. Steil und ewig kurvend geht es Berge hoch und runter. Naja, nicht ganz Karakorum Highway, aber zu steil fuer Tricycles. Und auf einmal ist der Highway in den Wolken, und bleibt dort fuer die naechsten Stunden. Die Sicht reicht nicht weiter als bis zur Mitte des dieselschwaden ausstossenden Busses vor mir, und gerade beim Ansetzten zum Ueberholen taucht ein silberner Toyota Van aus dem Nebel auf. Zwar bin ich immer noch der Meinung, dass das Mofafahren in Hong Kong gefaerlicher ist weil staenig ein rotes Toyota Crown Taxi hinter einem klebt und das gesamte Bild des Ruckfahrspiegels mit dem Toyota symbol ausgefuellt ist. Ordne ich mich in einer Strasse vor einem Taxi ein (und in Hong Kong ordnet sich der Verkehr staendig irgendwo ein, von links, von rechts, ueberall, und der Verkehr besteht aus 90 Prozent aus Taxis) ist der Fahrer sauer, dass ich an seinem Plazt auf der Strasse bin und faehrt so dicht wie moeglich (und darueber hinaus) auf mich auf , wird dann aber die Spur wechseln um mich zu ueberholen um an seinen rechten Platz zu gelangen und landet dann seinerseits vor einem roten Toyota Taxi, dessen Platz einnehmend und so weiter…) auf Philippinischen Strassen sind die Heraussforderungen vielseitiger: Fahrrad, Fahrrad mit Betrunkenem (groesserer Kurvenradius), Fahrrad mit Beiwagen (Tricycle), Tricycle mit Motor (125cc Motorrad mit Beiwagen, flexibles Spurfahren und unberechenbar wie ein Bienenschwarm, Privatautos (kleine Toyotas immer in weiss, grosse Gelaendewagen immer in schwarz), Jeepneys (Dieselmonster), Toyota Vans, Lastwagen und Busse (die Koenige der Strasse). Dazu kommen Kinder in Schuluniformen, Bekloppte, Ochsenkarren, Lautsprecherwagen, Politische Demonstrationen, Hunde und Huehner. In den Bergen wird alles aussortiert, was nicht kraeftig genug ist zum hoch und runterfahren, also alle Formen von Tricycles und eigentlich auch Jeepneys. Die versuchen es trotzdem. Im ersten Gang, schwarze Russwolken hinter sich herziehend. Die einsamen Strassen in den Bergen, wo ich nur Huehner zu furchten hatte (selbst die Hunde sind zu faul, um von der Strasse aufzustehen) kommt eine Spezialitaet: kleine Kinder mit langen Bambus Stangen, die schreined und mit grossem Spass richtung Mofa rennen und versuchen, den Bambus in die Raeder zu rammen. OK, dieser Highway ist ganz so einfach nicht…

 

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Fahren in den Wolken
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Reis Terrassen in den Wolken
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Halsema Highway und stop fuer eine Cola

Ankunft in La Trinidad. Die Romantik des Halsema Highway ist dahin, der Verkehr hat mich wieder und wird mich bis Baguio nicht mehr verlassen.

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Das bauliche Chaos von La Trinidad

Die Philippinen teilen sich in Staedte und Provinzen. Alle wollen den Staedten entfliehen, und das ausgemachte Ziel ist Baguio. Dadurch ist die Provinz Baguio in die Stadt Baguio mutiert. Schlimmer noch, durch das bergige Terrain sind die Dieselschwaden der Jeepneys schlimmer als in Manila. Sogar das Erscheinungsbild der Stadt hat sich dem Manilas angepasst… Urlaub von Manila in Manila.

Die Verkehrsfuehrung in Baguio ist, verschuldet durch das Terrain und schwacher planerischer Vision, ehrgeizig. Nach einer Stunde finde ich das Hotel, meine Coolheit ist noch irgendwo auf dem Halsema Highway.

Am spaeten Abend hole ich das Maedchen vom Bisbahnhof ab. Aufgrund des Osterverkehrs war sie 30 Stunden unterwegs vom Norden Luzon’s ueber Manila nach Baguio. Ihre Laune ist verhalten…

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Das bauliche Chaos von Baguio

Tag 7: Baguio ist nicht der erhoffte hit. Der Markt ist grossartig.

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Fleischverkaeufer im Markt von Baguio

Tag 8: Was tun in Baguio. Ruderboot fahren auf dem kleinen See im Zentrum. Tretboot, ohne Sicht, alles kaput. Wieder hinaus klettern und ins richtige Ruderboot. Es faengt an zu regnen, das Boot hat ein Dach. Der See wird mit Musik beschallt. “wrecking ball” von Miley Cyrus und dann noch mal “wrecking ball”. Kein Boney M, Baguio ist nicht in der Zeit stehengeblieben, bedauerlicherweise. Der See ist zum Rudern so klein wie Hong Kong zum Mofa fahren. Es hoert auf zu regnen, wir hoeren auf zu rudern. Philippiner moegen immer geengt sein. Zusammengedrueckt in der Bar beim Tanzen, im Jeepney und im Ruderboot. Immer in qualvoller Enge. Hunger. Nettes Restaurant. Nebenan saegt einer Aluminium C profile. Nach dem Zersaegen fallen diese dann scheppernd zu Boden. Ich bin cool. Wir bestellen Pizza und leckere melonen drinks. Nach 45 Minuten kommt keine Pizza. Nachfrage. Vergessen. Sieben Minuten sagt die Bedienung. Mich erstaund die praezise Zeitangabe. Eine Pizza wird geliefert. Der Teig hatte nicht die Zeit, sich dem Ofen anzupassen und die Transformation von Labber zu Knusper zu vollfuehren, das Ding ist ungeniessbar. Fuer einen Moment das Cool-sein ausgeklammert, wuesste Sprache und Pizza nicht bezahlend gegangen. Das Maedchen klaert mich auf, dass die Pizza von deren Gehalt abgezogen werden wird. Ok mit mir.

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Baguio Portraits
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Maedchen in Baguio

 

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Frau mit Hut
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Muslima in Baguio
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Man mit Hut
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Frau mit Kopftuch
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Maedchen mit Stofftier und gruenem Luftballon

Baguio ist nicht mein Ort.

Tag 9: Auschecken und Weiterfahrt. Das Maedchen mit dem Taxi zum Busbahnhof und ich mit dem Mofa hinterher. Im Verkehr der Philippinen kann man aengstlich ersuchen mitzukommen oder schlechter als alle anderen Fahren und weiterkommen. Ich fahre nach der letzteren Methode. Das Maedchen ist mit dem Taxi schon vorgefahren waehrend ich den Rucksack noch auf das Mofa binde. Schon in der ersten ernstzunehmenden Kurve muss ich das Taxi ueberholt haben. Am Busbahnhof warte ich 15 Minuten auf das Taxi fuer eine Strecke, die ich in fuenf Miinuten schaffe. Das Maedchen schuettelt bei ihrer Ankunft mit dem Kopf.

Weiterfahrt nach San Fabian.Hier ist das Paradies. Niemand da, einsamer Strand, kein fast Food, kein 7-11 und sonst keine amerikanischen Einfluesse, wenig Tricycles. Mir ist nach zehn Minuten gaehnend langweilig und ich beschliesse, den ganzen Weg nach Clark zurueckzufarhren. Vorher aber noch bei Manaoag vorbei fahren. Die Kirche hat die coolsten Deckenventilatoren aller Kirchen, das hexelt jeden heiligen Geist. Signifikant ist die Kirche nicht fuer ihre Deckenventilatoren, sondern den Shrine of our lady of the Rosary of Manaoag, was ganz Heiliges. Ein Pilgerort. Frauen berichten, sie waeren, nach Jahren der Duerre, schwanger geworden nachdem sie den Schrein angebetet haetten. Ich habe mir auch schon ueberlegt, um was ich bitten will: Wachheit. Es ist superheiss. Die angenehme Kuehle der Berge ist dahin. Keine Pilger sind da, und in der Kirche wird gerade geheiratet. Wahrscheinlich gilt Pilgern mit dem Mofa nicht, also fahre ich weiter, so muede wie zuvor. Ich versprach dem Maedchen ein Rosary mitzubringen. Nur leider wusste ich nicht, dass dieses in Manaoag heilig Wasser haette getunkt werden muessen. Un-blessed ist die (falsche) Perlenkette nichts wert (im spirituellen Sinne, natuerlich).

Weiterfahrt nach Angeles mit seinen zwielichtigen bars…

Tag 10: Mofa abgeben und weiter mit dem Bus nach Manila. 80 Kilometer in drei Stunden, Freitag Feierabend Verkehr, wie in Wuppertal. Der Fahrer hoert Radio, Abba und Boney M, und eine weitere Spezialitaet der Philippinischen Sprache: die Druchmischung mit Englisch. Das klingt dann so: ‘Let me tell you the secret of a good relationship: Tagalot Tagalot Tagalot…In any case Tagalog Tagalog Tagalog is essential Tagalog Tagalog’ undsoweiter

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Manila Bay bei Sonnenuntergang und badende Kinder
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Mann in Manila Bay
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Frau mit Katze

 

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Mann mit Stofftier
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Mann und Frau mit Stofftier
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Mensch mit coolen Haaren

Tag 11: Zeit bis zum Abflug, also wandere ich nach Intramuros, in der Hitze. Im Rizal Museum in Fort Snatiago endlich gibt es eine Bank zum Sitzen und Aircon. Die Bank bietet einen Blick auf ein Gemaelde das Jose Rizal in just dem Moment zeigt, in dem er erschossen wurde(1896), von Filipino Soldaten. Als back up waren noch Spanische Soldaten da, aber die Filipinos scheinen den Job wohl erledigt zu haben.

In der Manila Kathedrale wird geheiratet. Auf den Philipinen wird immer irgendwo geheiratet. Ich bin cool, vor allem wegen des grossen Standventilators neben der Kirchenbank.

Zeit zum Flughafen aufzubrechen.

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